Wichtige Informationen! Bitte aufmerksam lesen!

erstellt am: 24.06.2016 | von: Claudia | Kategorie(n): Wichtige Vorabinfo!

Seit vielen Jahren arbeiten wir mit SOS Hunde Gran Canaria, deren Leitung Sabine Jahn vor Ort obliegt, vertrauensvoll zusammen. Da es in letzter Zeit immer wieder vorgekommen ist, dass viele Informationen im Gespräch mit Bewerbern nicht ganz „aufgenommen werden“, hat sich Sabine entschieden, ein Merkblatt zu erstellen. Sie hat uns dies zur Verfügung gestellt und wir bitten darum, dies aufmerksam zu lesen, denn so können wir Missverständnissen gleich vorbeugen! Selbstverständlich sind diese Inf0´s allgemein gültig, denn zum großen Teil gilt dies nicht nur für Gran Canaria!

Originaltext:

Wissenswertes zur Adoption eines Hundes von
SOS Hunde Gran Canaria (hier auch gültig für Notdalmatiner e.V.)!

Flughafen – Am Tag der Ankunft zu bedenken
Unsere Hunde (außer Bullys und andere Plattnasen) werden für den Flug
etwas beruhigt in Form einer leichten Sedierung. Einige Hunde stecken
das ganz einfach weg, andere brauchen länger, um die Beruhigung
abzubauen. Aus diesem Grund wäre es ratsam, am Tag der Ankunft nur
wenig bis gar kein Futter zu reichen (wegen möglichem Erbrechen).
Wasser sollte allerdings immer bereit stehen.
Auch die Augen könnten durch die Sedierung die ersten ein bis zwei Tage
etwas komisch wirken, das dritte, innere Augenlied kommt etwas hervor.
Das geht von alleine nach einem, max. zwei Tagen wieder weg und ist
nicht behandlungsbedürftig.
Traces
Wir lassen unsere Tiere nur mit sog. Traces, den offiziellen Papieren für
den Versand von Tieren innerhalb der Europäischen Union, reisen. Um es
vereinfacht darzustellen: vor Abreise in Spanien sendet die dortige
Behörde eine elektronische Nachricht an das Veterinäramt des
Empfängers/Adoptanten des Hundes, dass sie ab dem Tag XY einen Hund
aus Spanien bekommen haben.
Selten und auch nur stichprobenartig kontrollieren einige Amtsveterinäre
die Hunde – keine Bedenken, sie wollen nur den Hund kurz sehen, den
Pass prüfen und feststellen, ob der Chip korrekt ist, die Impfungen
vorschriftsmäßig erfolgt sind und das Tier generell gesund ist. Es dient
allein dem Seuchenschutz. Wir unterstützen diese Maßnahme nicht nur
aus moralischen Gründen, sondern seit 01.08.2014 ist es auch Pflicht,
Tiere nur noch mit Traces auszufliegen. Genauso ist seit diesem Zeitpunkt
der Besitz der Erlaubnis nach „Paragraph 11 Abs. 1 Nr.5 TierSchG zur
Einfuhr von Hunden aus dem Ausland“ notwendig.
Mittelmeerkrankheiten
Alle Hunde ab einem Alter von ca. 6 Monaten werden bei uns
durch einen Blutschnelltest auf sogenannte Mittelmeerkrankheiten getestet. Bei Welpen macht dieser Test keinen Sinn, da die Inkubationszeit der sog. Mittelmeerkrankheiten mehrere Monate beträgt und z.B. evtl. vorhandene Filaria Larven (Mikrofilarien) durch die Gabe von Prophylaxe zuverlässig abgetötet werden.
Auf Gran Canaria wird ein sog. SNAP 4DX-Test gemacht, es wird auf die
Krankheiten Borreliose, Anaplasmose, Ehrlichiose und Filaria getestet.
Die Mittelmeerkrankheit Leishmaniose kommt zum Glück auf Gran Canaria
kaum bis gar nicht vor. Der Überträger, die Sandmücke (die eigentlich ein
Floh ist), kommt aus klimatischen Gründen auf Gran Canaria nicht vor.
Leishmaniose wird nur durch die Sandmücke übertragen – eine
Ansteckung von Hund zu Hund ist nicht möglich. Daher kommt
Leishmaniose bei Hunden, die nachweislich auf Gran Canaria geboren
wurden und die Insel nicht verlassen haben, nicht vor.
Bitte lassen Sie sich nicht ohne einen triftigen Grund zu einem erneuten
Mittelmeercheck raten, gerade bei Welpen und Junghunden ist es nicht
sinnvoll. Sie können gerne Rücksprache mit uns halten, bevor Sie solche
Schritte einleiten. Ein Tierarzt ist auch nicht allwissend und gerade solch
eine Besonderheit, dass auf Gran Canaria nicht alle Krankheiten
geografisch bedingt vorkommen, ist den meisten Tierärzten nicht bekannt.
Googeln Sie gerne die Begriffe „Leishmaniose“ und „Gran Canaria“, dort
können Sie es auch nachlesen.
Generell empfehlen wir, bei Welpen mit ca. einem Jahr, bei Erwachsenen
nach ca. 6 Monaten, einen Mittelmeercheck bei Ihrem Tierarzt machen zu
lassen. Des Weiteren ist es unabhängig der Herkunft des Hundes immer
ratsam, jährlich ein Blutbild erstellen zu lassen und den Hund auf die
typischen Zeckenkrankheiten wie Borreliose, Anaplasmose, Ehrlichiose
und hier in Deutschland auch Babesiose, testen zu lassen, da all diese
Krankheiten auch bei uns in Deutschland verbreitet sind.
„Mitbringsel“ / „ungebetene Gäste“ / typische Infektionen
Die hier erwähnten Dinge können vorkommen, sind aber nicht die Regel,
sondern eher die Ausnahme. Wir möchten nur über alle Eventualitäten, die
passieren könnten, aufklären.
Obwohl alle unsere Hunde vor Abreise mit einem Flohpräparat behandelt
werden (sog. Spot on), kann es vorkommen, dass trotzdem ein Flohbefall
vorliegt. Flöhe sind leider zähe, kleine Tierchen, die auch bereits teilweise
gegen einige Präparate resistent sind. Wir wechseln aufgrund dieser
Erfahrungen auch zwischen den Präparaten, aber es ist trotzdem nicht
auszuschließen. Genauso verhält es sich leider auch mit Würmern, trotz
von uns verabreichter Wurmkur.
Die Hunde können vor Stress wegen des Fluges ein geschwächtes
Immunsystem haben. Aus diesem Grund sind die Hunde anfällig für
Erkältungen oder Husten. Wir ziehen den Hunden i. d. R. für den Flug
einen Mantel oder Pulli an, aber das ist leider keine Garantie.
Ebenso können die Hunde wegen der Aufregung und Futterumstellung Durchfall bekommen.
Sollte dies der Fall sein, kontaktieren Sie uns gerne, wir können mit guten
„Durchfall-Rezepten“ zur Seite stehen.
Umwelteinflüsse
Einige unserer Hunde kennen kaum Umwelteinflüsse wie Fahrräder, Autos,
Kinderwagen, große LKWs, Müllwagen, Fernseher etc. und müssen mit
Geduld solche Dinge erst kennen lernen. Daher ist es besonders wichtig,
in den ersten Wochen den Hund gut zu sichern. Idealerweise erfolgt die
Sicherung gerade die ersten 1-2 Wochen durch Halsband und ein gut
sitzendes Geschirr zusammen mit einer 2m Leine. Bitte nutzen Sie keine
Flexi-Leine!! Flexileinen stellen gerade bei unsicheren Hunden eine große
Gefahr dar. 1. können Sie nicht doppelt sichern und 2. stellen Sie sich
vor, ihnen rutscht die Leine aus der Hand und das Plastikgehäuse schlägt
auf dem Boden auf und der Hund zieht alles klappernd hinter sich her…der
Hund wird vor lauter Panik nicht mehr ansprechbar sein.
Und bitte leinen Sie den Hund nicht verfrüht ab! Wir haben leider
schmerzliche Erfahrungen machen müssen, dass Hunde entlaufen und
schwer angefahren wurden, weil sie doch zu früh abgeleint wurden. Bitte
trainieren Sie ausgiebig vor dem Ableinen mit Schleppleinen und in
eingezäunten Freiläufen.
Klimaumstellung
Auf Gran Canaria ist es ganzjährig warm und selbst nachts, auch im
Winter, fallen die Temperaturen nur selten unter +10°. Bitte achten Sie in
den ersten Wochen darauf, dass der Hund sich akklimatisieren kann und
ziehen ihm der Witterung entsprechend ggf. etwas an. Sollte der Hund sehr extrem husten, gehen Sie bitte zum Tierarzt und lassen ihn behandeln,
Erkältungen und Husten können leider durch die Umstellung und den Reisestress vorkommen, auch nasskaltes Klima in den Übergangsphasen ist den Hunden oft fremd.
Ebenso sind, durch das feucht warme Klima auf Gran Canaria bedingt, die Ohren oft durch Pilze und Bakterien belastet. Es kann durch den Stress der Reise, Umstellung des Lebensraumes und des Klimas und der damit einhergehendes Herabsetzung des Immunsystemes zu vermehrter Anfälligkeit und Ohrenentzündungen in der ersten Zeit kommen.
Stubenreinheit – die Sache mit dem Geschäft ☺
Unsere Hunde leben in Zwingern, so dass wir selten sagen können, ob ein
Hund im Haushalt stubenrein ist oder nicht.
Wenn es mit den Geschäften draußen nicht so recht klappen will, obwohl
sie lange genug draußen waren und der Hund quasi wartet, bis er wieder
nach Hause kommt, um sich dann zu erleichtern, hilft oftmals folgendes
Vorgehen: machen Sie kurze Spaziergänge, dafür lieber öfter. Gehen Sie
immer den gleichen, möglichst reizarmen, „langweiligen“ Weg. Die
meisten Hunde fangen dann nach einigen Tagen an, die Geschäfte
draußen zu machen, weil sie sich dann auf die Geschäfte konzentrieren,
durch die gewohnte Gassi-Runde Sicherheit empfinden und nicht
abgelenkt werden. Haben Sie immer ein Leckerchen parat, um zu
belohnen.
Landen die Geschäfte im Haus, bestrafen Sie den Hund nicht – es ist
generell keine böse Absicht, sie wissen es einfach noch nicht besser.
Tasso
Bitte melden Sie das neue Familienmitglied innerhalb von 1 Woche bei
Tasso an (gilt nicht für Pflegestellen). Das Heimtierregister ist kostenlos
und der Hund kann Ihnen in kürzester Zeit wieder zugeordnet werden,
sollte der Hund entlaufen oder ähnliches. Tasso finden Sie unter
www.tasso.net. Achtung: Notdalmatiner e.V. übernimmt die Registrierung selbst!
Fütterung
Die Hunde bekommen bei uns Trockenfutter. Füttern Sie die erste Zeit
bitte normales Trockenfutter weiter (möglichst kein Frolic) und stellen Sie
die Ernährung erst langsam und Stück für Stück um, wenn Sie es
wünschen. So können Sie Durchfall vermeiden.
Prophylaxen nach Ankunft/Der erste Tierarztbesuch
Unsere Hunde bekommen beim Abflug nach Deutschland eine
„Filariaprophylaxe“ (beinhaltet gleichzeitig auch noch einmal eine
Entwurmung!!!) mit, diese besteht aus 2 Tabletten, die etwaige Larven
(falls der Hund doch gestochen wurde) bekämpfen, so dass sich gar keine
Würmer entwickeln können. Da die Larven mind. 6 Monate brauchen, bis
sie sich zu Würmern entwickeln und der Hund in Deutschland nicht mehr
gestochen werden kann, geht die Gefahr, dass der Hund Herzwürmer
bekommt, gegen 0.