Babesiose

erstellt am: 25.03.2013 | von: Claudia | Kategorie(n): Zecke & Co

Erreger und Vorkommen

In Europa kommen zwei Erreger der Babesiose beim Hund vor. Babesia canis und Babesia vogeli sind keine Zoonosen sondern Einzeller und werden durch den Biss der beiden Zeckenarten „Auwaldzecke“ (Dermecantor reticularis als Überträger der Canis-Art) und „Braune Hundezecke“ ((Rhipicephalus sanguineus als Überträger der Vogeli-Art) übertragen.  Vorkommen der Babesia canis ist Nord- und Mitteleuropa (Belgien, Deutschland, Niederlande, Frankreich, Schweiz, Südösterreich, Norditalien, Slowenien, Kroatien, Tschechien, Polen, Ungarn, Rumänien, Ukraine). Babesia vogeli findet man auch in Südeuropa (Spanien, Portugal, Süditalien, Griechenland).

Übertragung

48 bis 72 Stunden nach Zeckenstich.
Aktivierte Dermacentor reticulatus bereits nach 12 Stunden.
Inkubationszeit 5 Tage bis 3 Wochen, Wirt ist der Hund.

Symptome

Krankheitszeichen (Symptome) sind ein gestörtes Allgemeinbefinden und Fieber, gefolgt von Fressunlust, Gewichtsverlust und Abgeschlagenheit. Ein bis zwei Tage später kommt es aufgrund des Zerfalls der roten Blutkörperchen (Hämolyse) zu Blutarmut (Anämie), Blutharnen, Ausscheidung des Blutfarbstoffabbauprodukts Bilirubin über den Harn (Bilirubinurie) und gegebenenfalls auch Gelbsucht. Eine Leber- und Milzvergrößerung kommt häufig vor. Bei schweren Verläufen treten eine Bauchwassersucht und Wasseransammlungen (Ödeme) sowie Haut- und Schleimhautblutungen infolge Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie) und eine Blutgerinnung innerhalb der Blutgefäße (disseminierte intravasale Koagulopathie) auf. Entzündungen der Maul- (Stomatitis) und Magenschleimhaut (Gastritis) sowie der Muskulatur (Myositis) sind häufig. Auch eine zentralnervöse Form mit epilepsieähnlichen Anfällen, Bewegungsstörungen und Lähmungen ist möglich. Die akute Form endet unbehandelt binnen weniger Tage mit dem Tod durch Atemnot, Anämie und Nierenversagen, welches eine gefürchtete Komplikation einer Babesiose ist. Der seltene perakute Verlauf endet ohne deutliche Symptome binnen ein bis zwei Tagen tödlich.

Diagnose

Akut: Direkter Erregernachweis aus Kapillarblut (z.B. Giemsa gefärbter Ausstrich) und / oder PCR aus EDTA-Blut.
Chronisch: Antikörpertiter als IFAT.

Therapie

Imidocarb-Dipropionat* (Carbesia®) 2 x im Abstand von 2 Wochen 3 mg/kg KGW s.c. (auch i.m.), entspricht 0,25 ml Carbesia® / 10 kg KGW. Alternativ Imizol®.
Notfallmaßnahmen: Bluttransfusion (HCT < 15-20 %), Intensivtherapie (Dialyse, Infusion).

Vorbeugung

Impfprophylaxe*: Nobivac® Piro (Intervet) und Pirodog® (Merial).
Chemoprophylaxe: Imidocarb-Dipropionat (Carbesia®) 1 x 6 mg/kg KGW s.c. (auch i.m.), entspricht 0,50 ml Carbesia® / 10 kg KGW. Verabreichung bei Reiseantritt, Schutzwirkung max. 4-6 Wochen. Beim Ungarn-Stamm von Babesia canis unzureichende Schutzwirkung.
Prävention: Eine Zulassung zum Schutz vor Rhipicephalus sanguineus haben z.B. die Halsbänder Kiltix® und Scalibor®, sowie die Spot-on Präparate Advantix®, Exspot® und Frontline®. Eine Zulassung zum Schutz vor Dermacentor reticulatus hat das Spot-on Präparat Advantix®.
Verhaltensprophylaxe: Zeckenbiotope meiden. Hunde sollten während der Risikozeiten nicht in Risikogebiete reisen.

Quelle: Parasitus Ex e.V., Wikipedia

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