Anaplasmose

erstellt am: 01.03.2013 | von: Claudia | Kategorie(n): Zecke & Co

Erreger und Vorkommen

Die Canine Anaplasmose wird durch Bakterien der Gattung Anaplasma verursacht, die von der Zeckenart „gemeiner Holzbock“ übertragen werden. Die Übertragung erfolgt mit dem Zeckenspeichel nur kurzzeitig, d.h. ca. 40 – 48 Stunden nach dem Zeckenbiss. Die Aktivitätsphase des Gemeinen Holzbocks beginnt bei Temperaturen ab 7°C und dauert in der Regel von März bis November. Die Anaplasmen befallen bestimmte Abwehrzellen des Hundes (neutrophile und eosinophile Granulozyten) und gelangen mit ihnen über den Blutweg zu verschiedenen Organen. Die Prozentzahl der Zecken, die als Vector dienen, liegt momentan bei 1%, Tendenz steigend. Wichtig: Borreliose, Babesiose und Ehrlichiose weisen ähnliche Symptome auf!

Symptome

Von der Infektion bis zum Auftreten akuter Krankheitssymptome vergehen in der Regel 4 bis 11 Tage.

Symptome einer Anaplasmose sind plötzlich einsetzendes hohes Fieber, Apathie, Verweigerung der Futteraufnahme, Entzündungen mehrerer Gelenke, Gelenkschwellungen, Gelenkschmerzen, Lahmheiten, Muskelschmerzen, Schwellung der Lymphknoten, Erbrechen, Durchfall, zentralnervöse Symptome mit Hirnhautentzündung, Netzhautablösung und Erblindung. Es kann zu Vergrößerungen von Milz und Leber kommen.

Nach solch einer akuten Phase der Anaplasmose werden die Erreger entweder aus dem Körper eliminiert oder verbleiben im Knochenmark, ohne jedoch Symptome hervorzurufen (sogenannte subklinische Phase). Durch eine Schwächung des Immunsystems können die Erreger erneut aktiv werden und in der chronischen Phase der Erkrankung wieder klinische Symptome wie wechselnde Lahmheiten hervorrufen.

Todesfälle sind relativ selten, können aber in jeder Krankheitsphase auftreten.

Typische Laborwertveränderungen bei der Anaplasmose sind eine leichte Erniedrigung der Blutplättchen (Thrombozyten), der Lymphozyten, der neutrophilen und eosiniophilen Granulozyten sowie Blutarmut (Anämie). Diese Panzytopenie tritt aufgrund einer Knochenmarkshypoplasie (unzureichende Zellbildung) auf. Zudem können einige Leberenzyme (ALAT, AST, AP) erhöht und der Proteingehalt verändert sein.

Diagnose

Die klinischen Symptome können lediglich einen Hinweis auf eine Anaplasmose liefern. Häufig erfolgt zur Diagnosestellung eine Blutabnahme, die dem indirekten Erregernachweis mittels Immunfluoreszenztest dient. Allerdings kann die Serokonversion, also die Bildung der Antikörper, sehr verzögert erfolgen oder ganz ausbleiben, so dass ein negatives Ergebnis eine Infektion nicht sicher ausschließen kann. Auf der anderen Seite können auch gesunde Hunde durch Kontakt mit dem Erreger A.-phagocytophilum-spezifische Antikörper bilden, ohne erkrankt zu sein. Dies soll in Deutschland bei ca. 20 % der Hunde der Fall sein.

Als Therapiekontrolle dient die Überprüfung des Blutbildes hinsichtlich der Normalisierung der Werte sowie die Bestimmung des Anaplasmose-Antikörper-Titers. Dieser sollt nach 9 Monaten im Immunfluoreszenztest negativ sein.

Therapie

Das Mittel der Wahl gegen die Anaplasmose beim Hund stellen die Antibiotika Doyxcyclin, Tetracyclin und Oxytetracyclin dar, deren Gabe über 3-4 Wochen erfolgen muss.

Nicht in allen Fällen ist eine Anaplasmose heilbar, da sich Bakterien ins Knochenmark zurückziehen können. Die Erkrankung muss dann jedoch nicht zwingend erneut ausbrechen.

Vorbeugung

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen Impfstoff gegen Anaplasmose. Einzige Vorbeugung sind wirksame Zeckenhalsbänder oder  Spot on´s  Die Zecken haften zwar kurzzeitig am Hund, lassen sich dann aber wieder fallen. Dies geschieht aufgrund der starken Reizung der an den Extremitäten oberflächlich liegende Nervenzellen der Zecken durch die Pyrethroide. Je nach Applikation dauert die Schutzwirkung unterschiedlich lange an. Außerdem sollte zusätzlich nach jedem Spaziergang den Hund gründlich nach Zecken abzusuchen werden.

Quelle: Wikipedia und Eigenrecherche